Wer ChatGPT nach einer Kaufempfehlung fragt, bekommt seit Kurzem manchmal mehr als nur eine Antwort. Seit dem 31. August 2026 ist der Ads Manager von ChatGPT in über 40 Ländern verfügbar, darunter auch Europa. Damit positioniert sich ChatGPT als eigener Performance Marketing Kanal neben Google und Meta, und das durchaus mit Wucht: Über 1 Milliarde US Dollar Jahresumsatz in unter 200 Tagen sprechen für sich.
Was sind ChatGPT Ads eigentlich?
Bislang gibt es ein Format, die sogenannte chat_card. Das ist eine klar gekennzeichnete Karte mit Titel, Kurztext, Bild und Link, die unterhalb einer Antwort erscheint. Der Unterschied zur klassischen Suchanzeige liegt im Auslöser. Es zählt nicht ein einzelnes Suchwort, sondern der Zusammenhang des gesamten Gesprächs. Wer ChatGPT nach einer Software für sein Team fragt, bekommt keine Trefferliste, sondern eine Empfehlung, und daneben im Idealfall ein passendes Angebot.
Wer die Anzeigen überhaupt sieht
Angezeigt werden die Anzeigen nur Nutzer:innen im kostenlosen Tarif oder in ChatGPT Go. Wer für Plus, Pro, Team, Business oder Enterprise bezahlt, sieht weiterhin keine Werbung. Das schränkt die Reichweite zwar ein, sorgt aber auch dafür, dass zahlende Nutzer:innen ein werbefreies Erlebnis behalten.
Wie sich Preise und Markt entwickelt haben
Der Einstieg war noch teuer: Im Februar 2026 startete der CPM bei rund 60 US Dollar. Mittlerweile liegt er bei etwa 25 US Dollar, ein Mindestbudget gibt es nicht mehr. Gleichzeitig wächst der Markt spürbar: Zehntausende Werbetreibende sind bereits aktiv, über 50 Tech und Messpartner wie Adobe oder Criteo sind angebunden, und erste Marken wie Best Buy oder VistaPrint berichten von bis zu dreifachem ROAS.
Die Regeln von OpenAI
Für viele Unternehmen ist die Frage nach Serosität und Datenschutz genauso wichtig wie die Reichweite. OpenAI hat dazu verbindliche Regeln festgelegt: Werbung bleibt von den eigentlichen Antworten getrennt und beeinflusst deren Inhalt nicht. Chatverläufe werden nicht an Werbetreibende weitergegeben. Personalisierung greift in Europa ausschließlich per Opt-in und lässt sich in den Einstellungen steuern. Sensible Themen wie Gesundheit oder Politik bleiben komplett werbefrei, und an Minderjährige wird keine Werbung ausgespielt.
Was das für KMU und EPU bedeutet
Format, Preise und Länderverfügbarkeit ändern sich bei ChatGPT Ads aktuell noch sehr dynamisch. Wer jetzt einsteigt, trifft auf einen noch wenig überlaufenen Kanal mit hoher Kontext und Kaufabsicht Relevanz, und kann sich dadurch vergleichsweise günstige Preise sichern. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf die Kehrseite: eingeschränkte Formatvielfalt, noch wenig Reporting Tiefe und die Notwendigkeit, Preise und Regeln laufend neu zu prüfen.
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